Mindestlohn schützt gegen Lohndumping und Armut trotz Beschäftigung
Witten/Ennepe-Ruhr. Keinen Grund zum Klatschen gab es für die Kreishandwerkerschaft am 7. Januar, als CDU-Staatssekretär Brauksiepe sein Nein zum flächendeckenden Mindestlohn wiederholte. Das findet die SPD-Bundestagsabgeordnete Christel Humme. Sie hält dem Unionspolitiker entgegen: Faire Löhne sind der wirksamste Schutz gegen Lohndumping und Armut trotz Beschäftigung.
Zum Besuch des Unionspolitikers bei den Kreishandwerkern am 7. Januar und zu seinen Äußerungen zum Mindestlohn stellt Humme fest:
„Dass es mit Staatssekretär Brauksiepe (CDU) keinen flächendeckenden Mindestlohn geben soll, darf die Kreishandwerkerschaft nicht beklatschen. Denn nicht nur die Beschäftigten profitieren von den Lohnuntergrenzen, auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe haben hiervon ihren Nutzen.
Gerade unter Handwerkern ist die Konkurrenz hart. Wenn aber nicht die höhere Qualität eines Angebotes sondern der niedrigere Preis aufgrund niedriger Löhne den Wettbewerb entscheidet, verläuft das Rennen nicht zugunsten alteingesessener Handwerksbetriebe. Von der Lohnspirale nach unten profitieren Betreiber von Discountangeboten und Ladenketten, also Unternehmer mit geringem Interesse an Standort und Belegschaft. Fällt diesem Wettbewerb letztlich der heimische Handwerker zum Opfer, dann geht Lohndumping zu Lasten von Qualität, Ausbildung und Beschäftigung.
Dieser Zusammenhang erklärt, warum es in fast ganz Europa gesetzliche Lohnuntergrenzen, so genannte Mindestlöhne, gibt. In keinem dieser Länder haben Mindestlöhne zum Abbau von Arbeitsplätzen geführt, wie das die Union und auch Herr Brauksiepe behaupten. Der Hinweis des CDU-Politikers, die Gewerkschaft Verdi selbst habe keinen flächendeckenden Mindestlohn für Friseure haben wollen, ist absolut unzutreffend. Gewerkschaften und SPD fordern seit Jahren vehement einen verbindlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro pro Stunde, weil nur faire Löhne sicher vor Armut schützen. Dieses Ziel gilt nach wie vor, ganz besonders im Jahr 2010, dem Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.“